Der Bankkaufmann Görlitz, ein alter Ruderer, der sich eifrig im Verein betätigte, übernahm die Finanzierung. Das Boot erhielt dann nach seiner Tochter den Namen „Martha“. Den Taufakt vollzog der bekannte Heimatdichter Paul Körber, der selbst Vereinsmitglied war (rechts mit Kapitänsmütze).

MMM

Von der wirtschaftlichen und finanziellen Notsituation der damaligen Inflationszeit im Jahre 1923 kann man sich heute kaum mehr eine Vorstellung machen. Den Taumel der rapiden Geldentwertung spiegeln auch die Eintragungen im Protokollbuch des jungen Vereins wieder. Im April wurden noch Anteilscheine ausgegeben in Höhe von 10.000 ,-- RM “sie sind wertbeständig, rückzahlbar in Reichsmark entsprechend dem Wert eines Drittel Dollars am Fälligkeitstage an der Berliner Börse“ war darauf vermerkt.

Dies erscheint viel Geld, aber man muss bedenken, dass die Hyperinflation die Weimarer Republik erschütterte. Die maximale Inflationsrate betrug 32‘400%. Dies bedeutete, dass die Preise pro Woche um das Vierfache stiegen. Immer schneller verzehnfachte sich die Abwertung gegenüber dem US-Dollar, bis schließlich im November 1923 der Kurs für 1 US-Dollar 4,2 Billionen Mark entsprach!

 

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Erstes Bootshaus im Sommer

 

Erstes Bootshaus

Im Oktober des selben Jahres ist über eine Vorstandssitzung vermerkt: „Für die laufende Woche müssen mindestens 250 Milliarden für Arbeitslohn beschafft werden. Die Rechnung für das von der Stadt bezogene Holz ist eingetroffen und wetteiferten zwei Herren, den Betrag von je 5 Milliarden zu stiften, um es sofort bezahlen zu können, was der Herr Vorsitzende warm verdankt“.

Noch im Gründungsjahr 1923, am Sonntag, den 2. Dezember, konnte das neue Bootshaus eingeweiht werden. Trotz des jahreszeitlich späten Termins war die Weihe verbunden mit Bootstaufen und Wettfahrten. Es wurde sogar ein Weidlingsrennen veranstaltet; das war sicher etwas einmaliges auf dem Rhein. Der „Festpoet“ Paul Körber vollzog den Richtungsspruch und den Taufakt für die Boote.

Ziehe Schifflein, deine Bahn

so im sanften Gleiten,

wie ein sanfter, weicher Schwan,

ohne Schritt ein Schreiten.

Im Alb-Boten schrieb er voll Begeisterung:

Es ist doch noch Idealismus in der Welt, so schlecht es uns immer

geht. Seit Monden schon wirken und werken sie da unten auf dem

Waschplatz, Burschen wie Männer, und das reineweg aus der Liebe

zur Sache, auf daß es ein Obdach gebe für ihre Boote. Glück zu!

Schon steht der Bau und grüßt von ferne den besinnlichen

Uferwanderer. Einem Gezelt gleichend, hat der feste Holzbau

gefällige Form. Ein Türmlein gar fehlt nicht darauf. Da wird bald

auch ein Wimpel ins Land grüßen.

 

Das Bootshaus ist eine schmucke Bereicherung des Rheinweges geworden, und der von Booten belebte Rhein bot für die Waldshuter ein neues, bisher unbekanntes Bild.

Monatsversammlung 1926

Bekanntmachung

Anfang Mai gab der Vorstand Dr. Beuttel, der Ruderwart Weniger und der Sportleiter Müller bekannt, dass am 2. Mai 1926 das Anrudern stattgefunden hatte. Die Kleidervorschriften waren damals ziemlich streng, Die Ruderer hatten eine weisse Mütze und ein weisses Ruderhemd zu tragen mit einem grünen Stern. Kniehosen, Strümpfe und Schuhe mussten schwarz sein.

Drittes Reich

Das Ruderjahr 1932 / 33 war gegenüber den Vorjahren insofern von besonderer Bedeutung, weil der Verein in dieser Periode das 10jährige Bestehen feiern konnte. Beim Anrudern fand gleichzeitig eine Fliegerveranstaltung der SA bei der Lonza statt. Der Apotheker Dr. Fritz Beuttel schloss seine Ansprache mit einem dreifachen Hipp Hipp Hurra auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler. Der Ehrenvorsitzende und Mitgründer des Vereins, Dr. Benstz, war inzwischen zum Oberregierungsbaurat in Heidelberg befördert, wurde als Festredner gewonnen. Herr Dr. Beck taufte einen neuen Gig-Vierer auf den Namen «Treu Deutsch». Die Worte bei der Einweihung liessen schon erahnen, wohin sich die Dinge entwickeln werden: «Es soll daher das neue Boot nicht nur zur weiteren Erstarkung des Wassersports beitragen, sondern vornehmlich den Mitgliedern dieses Vereins stets ein Symbol dafür sein ganz im Sinne des deutschen Rudergeistes jetzt erst recht ihr Leben, ihr Streben und endlich ihr Sterben nur unter eine Devise zustellen: Deutschland, Deutschland über alles!»

Regatta 1934 in Waldshut

Geladen waren auch die Damen des Deutschen Ruderverein Zürich, die sich im Stilrudern Wettkämpfe lieferten. Und ein Orchester spielte auf. (Plakat Vorderseite) (Plakat Rückseite)

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