Der Bootspark vergrößerte sich in den kommenden Jahren laufend. Der Rhein führte 1926 großes Hochwasser, man konnte mit den Booten innerhalb des Bootshauses fahren, und es mußte Nachtwache gehalten werden. 1927 fuhr auf dem Rhein der erste Achter, der wegen seiner Länge im Bootshaus gerade noch Platz fand, wenn die Spitze vorsichtig unter den Boden des Klubraumes geschoben wurde. Ab 1926 nahm der WVW fast regelmäßig an der Radolfzeller Regatta teil, die leider damals immer zur gleichen Zeit wie die  Waldshuter Chilbi stattgefunden hat. Große Erfolge konnten anfänglich nicht erreicht werden. Das konnte den Mut der Schüler Toni Landherr, Eduard Walde, Richard Mörgenthaler und Hans Künzi nicht schmälern und so starteten sie 1928 mit dem geliehenen Rennvierer „Kreuzer Karlsruhe“ mit Trainer Fritz Pfeffer am Steuer im Hafen der damaligen Landeshauptstadt und konnten sogar den Vorlauf gewinnen.

  Zweites Vereinshaus (Dannenberger)

Umzug ins 2. Bootshaus 1932

MMM  

Im Jahr 1932 erfolgte dann die Aufstauung des Rheines durch den Bau des Kraftwerkes Albbruck-Dogern. Das brachte für den WVW manche Probleme, Veränderungen und zum Teil auch Verbesserungen. Der notwendigen Höherlegung des Rheinweges mußte das Bootshaus weichen. Nach längeren Verhandlungen mit der Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG), war es den Bemühungen von Fritz Beuttel, der seit 1925 Vereinsvorsitzender war, gelungen, für das neue Bootshaus das Haus Dannenberger unterhalb des Ochsenbuckels sicherzustellen.

Bei der Feier des 10-jährigen Jubiläums des WVW im Kolpingsaal am 18. September 1933 konnte Fritz Beuttel «mit Freude mitteilen, daß vor wenigen Tagen der Vertrag mit der RADAG unterzeichnet wurde, wonach nunmehr das neue Bootshaus rechtmäßiges Eigentum des Vereins geworden sei». Die RADAG ließ das Haus nach Planentwürfen von Baurat Siebold umbauen. Damit hat der Verein sein heutiges (1996) massives Bootshaus erhalten, das im Laufe der Jahre immer weiter verbessert und ausgebaut wurde.

 

Sicht von Full, die damals das Schwimmbad am Rhein hatten.

Überreste sind heute noch am Ufer sichtbar.

Drittes Reich

Das Ruderjahr 1932 / 33 war gegenüber den Vorjahren insofern von besonderer Bedeutung, weil der Verein in dieser Periode das 10jährige Bestehen feiern konnte. Beim Anrudern fand gleichzeitig eine Fliegerveranstaltung der SA bei der Lonza statt. Der Apotheker Dr. Fritz Beuttel und Mitglied der NSDAP schloss seine Ansprache mit einem dreifachen Hipp Hipp Hurra auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler. Der Ehrenvorsitzende und Mitgründer des Vereins, Dr. Benstz, war inzwischen zum Oberregierungsbaurat in Heidelberg befördert, wurde als Festredner gewonnen. Herr Dr. Beck taufte einen neuen Gig-Vierer auf den Namen «Treu Deutsch». Die Worte bei der Einweihung liessen schon erahnen, wohin sich die Dinge entwickeln werden: «Es soll daher das neue Boot nicht nur zur weiteren Erstarkung des Wassersports beitragen, sondern vornehmlich den Mitgliedern dieses Vereins stets ein Symbol dafür sein ganz im Sinne des deutschen Rudergeistes jetzt erst recht ihr Leben, ihr Streben und endlich ihr Sterben nur unter eine Devise zustellen: Deutschland, Deutschland über alles!»


Regatta 1934 in Waldshut

Geladen waren auch die Damen des Deutschen Ruderverein Zürich, die sich im Stilrudern Wettkämpfe lieferten. Und ein Orchester spielte auf. (Plakat Vorderseite) (Plakat Rückseite).

Nach dem Krieg wurde dieser Verein in der Schweiz aufgelöst, weil enge Beziehungen zum Naziregime bestanden hatten.

Durch den Stau waren nun ruhigere und gleichmäßigere Wasserverhältnisse geschaffen und damit bessere Trainingsmöglichkeiten gegeben. Bereits in diesem Jahr wurde auch das Frauenrudern eingeführt. Die Wassersport-Aktivitäten fanden bei den Frauen reges Interesse und das Frauenrudern entwickelte sich erfreulich gut.

Der erste Regattasieg des Vereins wurde im Juni 1934 an einer Kanuregatta am Schluchsee durch die Mitglieder Eduard Zimmermann und Anton Schäfer errungen. Beide nahmen als erstes deutsches Boot im gleichen Jahr an der internationalen Faltbootregatta auf dem Bodensee zwischen Meersburg und Konstanz teil, wo sie den dritten Platz belegten. Auch eine Vereinsregatta wurde bereits 1934 durchgeführt.

Die Feuertaufe hatte der von der Bootswerft Deutsch in Berlin 1939 neu erworbene Rennvierer „Fritz Beuttel“ noch kurz vor Kriegsbeginn an der Radolfzeller Regatta zu bestehen. Sowohl beim Training am Vormittag als auch beim Rennen am Nachmittag ging das Boot wegen hoher Wellen bei stürmischem Wetter unter. Beim Rennen gelang es der Mannschaft das Boot bis über die Ziellinie zu retten, bevor es unterging und der 2. Rang konnte so noch gesichert werden.

   

Kriegsjahre und Besatzungszeit

   

Eine sehr schwere Zeit für den Verein brachte der zweite Weltkrieg und die darauf folgende Besatzungszeit mit sich. Der Rhein durfte als Grenzfluß nicht mit Sportbooten befahren werden; die Wassersportler waren also von ihrem Lebenselement abgeschnitten. Durch diese Erschwernisse ließen sie sich aber nicht entmutigen und wichen zum Schluchsee aus. Es wurden 4 Boote dort stationiert. Die eifrigen Sportkameraden fuhren 30 km mit dem Rad hinauf zum Schluchsee, um dort oben auf 930 m Höhe rudern zu können. In einer Sportzeitung wurde der WVW damals als höchstgelegener Ruderverein Deutschlands bezeichnet.

Jeder Wohnraum, der irgendwo verfügbar war, mußte in der Besatzungszeit genutzt werden. Darum zog der langjährige, verdiente Ruder- und Bootswart Hans Künzi ins Bootshaus ein. Das war für den Verein sehr zum Nutzen, einmal weil kein Fremder ins Haus kam, zum anderen weil dadurch die Boote nicht mehr unbewacht lagerten.

Nach dem Westfeldzug vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 war zwar der Rhein ab Basel keine Grenze mehr, hingegen verhielt sich die Schweiz während des ganzen Weltkrieges neutral und General Guisan hatte die gesamte Armee mobilisiert und somit war der Rhein ab Basel bis Konstanz Grenzgebiet. Die Schweiz baute entlang des Rheins Bunker an Bunker, um die Philosophie des Reduits umzusetzen. Sie demonstrierte damit dem Nazideutschland einerseits Widerstandswillen, zum anderen die militärische Widerstandsfähigkeit der Schweizer Armee.

Fritz Beuttel schrieb am 25. Juni 1940 dem Bezirkszollkommissar Ratz in Laufenburg einen Brief mit der Bitte, ihn wissen zu lassen, wann auf dem Rhein unter welchen Bedingungen und in welcher Form wieder gerudert werden darf. Die Antwort war leider negativ. Die Schweiz hatte gegenüber Deutschland eine totale Grenzsperrung verfügt. Auch das Hauptzollamt in Waldshut sah sich nicht in der Lage, irgendwelche Konzessionen zu machen.

  Flaggenschein Nr. 849
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